Bretagne
Menhire gefalteter Ewigkeit,
Verzierung des Rückens Grün.
Erzählung aus Stein, so groß und weit,
dass Jahre unzählig verblühn'.
Aus Händen geformte, tragende Kraft,
Granite in kunstvoll gehauener Pracht.
Getürmte Ecclesiae himmelwärts,
gewölbte Sehnsucht, noch tiefer im Herz.
Dolmen begraben bretonische Väter,
die Seelen entwichen, jenseitig im Äther.
Druiden ergeben in magischer Weise,
entsenden die Toten auf ihre Reise.
Unzählige Wasser branden im Rausch,
Mühle der Felsen beständig im Tausch,
in Gezeiten des alten kreisenden Monds,
wie tausende Carnyx keltischen Tons.
Daraus der Sand - und das Sonnenlicht,
glitzernd auf Muscheln in Farben zerbricht.
Darunter herrscht Leben so vieler Art,
als hätten's die Götter seit Alters bewahrt.
Tristkeln, symbolisch die Brust im Glanz,
Rätsel in Zeichen, archaischer Tanz.
Und Epona legt ihre schützende Hand,
auf Ross und auf Reiter noch heute im Land.
© Holger Rudolph 2011