Krieger des Glücks Ich schwebte über den Ufern des Glücks, die Blicke zu Boden geworfen. Es schien so weit, wie hinterrücks, gleich dem Norden beim Fluge des Storchen. Ich suchte zu greifen mit offener Hand, doch geschlossen als Antwort im Traum, kam eine Fessel so stark als eisernes Band, nahm mir die Luft, die Kraft, den Lebensraum. Und was ich auch tat, es blieb bei der Ferne, kein Wünschen, kein Hoffen, ich hätte so gerne, den Nektar als Kleinod geschöpft in mein Schicksal, auf dass er mich tröste am marternden Pfahl. Da erwachte ich plötzlich in Schweiß eingehüllt, mein Innres mit Angst und Zittern erfüllt. Dumpf die Gedanken im Kreise rotierten, sie wie dunkle Gestalten das Jetzt hofierten. Da nahm ich den Stein aus weißem Granit, und zerschlug all die schwebenden Qualen damit. Freiheit, Atem und Licht mich durchdrungen, ich hatte mit den Fesseln des Lebens gerungen. Alsdann stand auf der Tafel in Marmor geschlagen: Er ist ein Krieger des Glücks und hat mit Würde ertragen, was nicht fühlbar, nicht greifbar im Strudel der Zeit, und was so spürbar und kostbar, wenn endlich befreit. © Holger Rudolph 2008 |