Läsionen
Die Sonne heiß am Firmament,
brennt sich ein und man verkennt,
dass gezeichnet manche Seele,
durch ein Leben lang Gequäle,
im Gefängnis innrer Säle,
voller glühend spitzer Pfähle.
So viele Monde sind vergangen,
voller Ängste, voller Bangen.
Gezogne Kreise aus der Mitte,
so manches brüchig, mit der Bitte,
dass auch im hohlen Klang der Tritte,
man sich nicht ins Fleische schnitte.
Sterne hoch am Himmel funkeln,
und dennoch –
Kinder suchend, starr im Dunkeln,
tragen eitrige Furunkeln,
wie diebische Läsionen, munkeln,
es wird niemals Morgen werden;
Lügen tragen scharfe Scherben.
Meteoren schießen nieder,
leuchten auf die müde Glieder.
Hoffnungsvolle Horizonte,
doch im Lichtspiel unverschonte,
Wahrheit, die längst innewohnte,
unerwünschte, unvertonte.
Sonne, gib mir warme Strahlen.
Mond, nimm nachts von mir die Qualen.
Sterne, zeigt mir auf den Pfad.
Meteoren, gebt mir Rat.
Denn ich als euer Teil des Ganzen,
werde leben, werde pflanzen,
tief im Innern Freudenbäume,
heilend Frucht der neuen Träume.