Licht (Trilogie)
Verklärter Odem, reinster Quell,
Ursprung des Seins, öffnest hell,
Pforten und Tore größter Macht,
schenkst die Tage, stielst die Nacht
des bleiernen Todes. Durchdrungen
das Jetzt, ohne Zeit und Raum,
klingst wie Tausend Choräle, gesungen
von jeglicher Seele im Lebensbaum,
der da wächst durch dein Wasser.
Wie Awen der Kraft, gleich Tausendsassa,
die als Vielzahl der Vielen Formen erfanden,
die unendlich gefestigt niemals stranden
in erkennender Liebe. Fruchtbar im Herz,
reckt sich in Tiefen und himmelwärts,
ganz durchdrungen im einen, und dann
unwiderstehlich entrückt im leuchtenden Bann,
der da trägt alles Wissen im Sonnenzyklon.
Offenbar allem Denken und höchster Ton,
brillant erklungen in feinstem Falsett,
als Geschenk so frei und weit als hätt
sich das Dunkel verzogen. Führ deine Strahlen
durch die Welten wie meine,
durch Seele, durch Herz, Mark und Gebeine,
auf das jeglich' Geschöpf am Ende der Tage,
entzweit wird vom hier, entzweit von der Frage.
© Holger Rudolph 2011