Wollgras
Zart-süße Wellen schlägst du im Wind,
filigrane Arme tentakeln geschwind.
Wolliges Weiß dein zierend Kleid.
strahlst mit der Sonne, andre vor Neid.
Dein Fuß steht im nassen, moorigen Grund,
aus triefenden Tiefen fruchtbar gesund.
Selten gesehen wie Eden wohl einst,
wertvolles Kleinod - allerfeinst.
Drum schließ ich die Augen und träume sogleich,
ich sei getragen vom wollenen Weich.
Da löst sich der Welten Ungemach,
und alle Last fällt ab, liegt brach.
© Holger Rudolph 2008