Zartes Erwachen

Aus den Tiefen schlafender Stille,
erwacht so zart des Lebens Wille.
Knospen und Blüten, Halme undTriebe,
berührt von der Mutter, der Erde der Liebe.

Weiden streicheln sanft der Vögel Gefieder,
Glöckchen schweben im Wind auf und nieder.
Viel heller das Licht und länger die Tage,
Wärme verdrängt bald die Kälte - die Plage.

Ersehnt wird die Zeit von Mensch und von Tier.
Sie ist der Welten schönste und blühendste Zier.
Und im Grau meiner Sinne alsbald ich verspür,
dass auch dort sich nun öffnet die innere Tür.

Willkommen du zartes Erwachen im Sein,
schenk mir ein deine Kraft gleich gutem Wein.
Auf dass all meine Sinne im Sonnenlicht,
mir weisen den Weg und klären die Sicht.

© Holger Rudolph 2009