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Wenn sich das Jahr dem Ende neigt
und sich das Licht im Eis verzweigt,
ist beschaulich in der Wende,
was geformt in mancher Hände.
In des Glückes Stille also harrend,
blinzelnd auf die Schönheit starrend,
will im Moment der Mensch vergessen,
was ihn geplagt und aufgefressen.
Das Vergangne lässt nun ruhn,
wer nach vorn blickt, in dem Tun,
sich beständig zu erneuern,
- und diesmal -
ohne sinnloses Beteuern.
Manchmal dreht der Mensch in sich hölzern Gedanken....
...manchmal streckt er sich aufwärts, ohne zu wanken....
...manchmal sieht er sich windend am dünnsten Aste....
...manchmal trotzend selbst dem, was er kaum erfasste.
Doch was auch jemals war, ist oder wird,
wenn sein Blick scharf bleibt und unbeirrt,
bleibt er ein Jäger, der sich selten verirrt.
Still versank ich in den Träumen,
die da schwanden nah den Bäumen.
In den Lüften zog ich Streifen,
ließ den Dunst gar von mir schweifen.
War entzückt und voller Anmut,
fast entrückt in ferner Rotglut,
als der Himmel mich empfing
und ich an seinen Lippen hing.
Zarter Abschied dieses Tages,
war sicher, an der Kälte lag es,
dass ich im Tale kaum verspürte,
was mich da oben tief berührte.
Solange Menschen in Verbindung bleiben,
wird Frieden die Fahnen der Nationen wehen...
...denn wer seine Arme alleine ausstreckt,
wird sie nicht halten können.
Dünne Sonnenstrahlen, ersehntes Licht.
Blühende Anmut.
In dessen Kelch zerbricht,
wer sich auflud
die Schalen hart.
Immer windend im sanften Winde,
bedacht.
Am Ende öffnend,
die Blicke zart:
nucleus et anima
I
Blütenzauber
Lauer Wind in summendem Geäst,
trifft blinzelnd Licht, wo‘s Auge bricht.
Was lang geschlummert, müde scheint
doch mit aller Kraft im Werk vereint.
Aus allen Tiefen kommt es Feucht,
kapillarisch aufwärts fleucht,
bis im Angesicht der Sonne,
Blüten schießen voller Wonne.
Zauberhaft gar metamorph,
zeigt sich Leben weit vom Schorf.
Bleib ein Weilchen, halte inne,
reflektierendes Gesinne.
Weil beim Anblick wird gewahr,
der Moment, ganz wunderbar.
Blütenkelch
An deiner Blätter Zartheit säumt sich der Wind,
so fein, wie der Nachtigall Töne sind.
Filigrane Tentakeln in buntem Gewand,
zieren das Innre wie vom Himmel gesandt.
Duftender Nektar klebt glitzernd gar dort,
der fleißigen Bienen fruchtbarer Hort.
Verlockung der süßesten, innigsten Art,
wo Leben und Geben vielfach gepaart.
Du lebst als der Wiesen üppige Zier,
schenkst deine Schönheit majestätisch all hier.
Das Auge frohlockt, die Seele berührt,
hast tausendfach farbenfroh Sinne verführt.
Möge mein Herz gleich dem Kelche hier sein,
als Quelle des Lebens, der Freude, ganz rein.
Damit die Liebe als leuchtendes Elixier,
nicht allein sieht das Ich, sondern immer das Wir.
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